01/05/2026
In welcher Potenz und wie oft sollten homöopathische Mittel eingenommen werden?
Welche Potenz soll ich nehmen? Wie oft?
Die richtige Potenz und die Einnahmehäufigkeit der Mittel in der Homöopathie sind keine starren Vorgaben, sondern hängen vom individuellen Fall ab.
Wichtiger als die Frage der Potenz ist, dass das Mittel passend gewählt wurde. Wobei die einzelnen Potenzen durchaus ihre Vor- und Nachteile haben.
Was bedeutet „Potenz“ in der Homöopathie?
Die Potenz beschreibt den Grad der Verdünnung und Verschüttelung eines Wirkstoffs (https://heilpraxis-tf.de/klassische-homoeopathie).
Typische Potenzen sind beispielsweise:
- D-Potenzen (Dezimalpotenzen, z. B. D6, D12, die Potenzierung erfolgt im Verhältnis 1:10),
- C-Potenzen (Centesimalpotenzen, z. B. C30, C200, die Potenzierung erfolgt im Verhältnis 1:100)
- LM- Potenzen (LM steht für: L = 50 M = mille tausend, die Potenzierung erfolgt im Verhältnis 1:50.000).
Welche Potenz ist die richtige?
Während bei akuten Beschwerden häufig niedrigere Potenzen eingesetzt werden, kommen bei chronischen Beschwerden meist eher höhere Potenzen zum Einsatz.
Es ist jedoch auch möglich, akute Beschwerden mit Hochpotenzen zu behandeln, wenn diese gerade zur Hand sind.
Bei chronischen Beschwerden sollte eine Potenz gewählt werden, die mild und nicht zu lange wirkt, damit eventuelle Erstverschlimmerungen (https://heilpraxis-tf.de/b/haeufige-reaktionen-auf-die-einnahme-homoeopathischer-mittel) möglichst sanft verlaufen und nicht zu lange andauern.
Die hohen D- und C- Potenzen (ab D/C 200) wirken oft über mehrere Wochen, so dass auch überschießende Reaktionen im Sinne einer Erstverschlimmerung länger andauern können.
LM-Potenzen:
Hier empfehlen sich die LM-Potenzen: Es sind Hochpotenzen, deren Herstellungsmethode sich jedoch von der Herstellung der D- und C-Potenzen etwas unterscheidet. Im Herstellungsprozess der LM-Potenzen werden diese nicht nur verdünnt und verschüttelt sondern es gibt eine Zwischenstufe, in welcher die flüssige Ausgangssubstanz auf Globuli getropft wird. Die Globuli werden mit der Flüssigkeit befeuchtet, trocknen gelassen und dann weiter potenziert.
Durch die Zwischenschaltung der Globuli im Herstellungsprozess wirken die LM-Potenzen sehr mild und können – obwohl Hochpotenzen - täglich eingenommen werden. Sollten unerwünschte Reaktionen auftreten, wird die Mitteleinnahme einfach einige Tage pausiert und im Anschluss das Mittel in reduzierter Form (weniger Tropfen, größere Einnahmeabstände oder Verdünnung in Wasser) weitergenommen.
Hahnemann ist sein ganzes Leben auf der Suche nach einer möglichst sanften Behandlung gewesen und hat die LM-Potenzen erst spät und gegen Ende seines Lebens entdeckt.
Ich empfehle die LM-Potenzen nicht als Globuli einzunehmen sondern in flüssiger Form, zum Beispiel von der Firma Arcana (https://arcana.de). Wenn die Tropfen vor der Einnahme etwa 10 x geschüttelt werden, verändert sich durch das Schütteln die Potenz ganz leicht (das Mittel wird „hochpotenziert“). Dadurch wirkt es breitflächiger. Bei der Einnahme von Globuli ist das nicht möglich.
Wie oft sollen homöopathische Mittel eingenommen werden?
Auch die Einnahmehäufigkeit richtet sich nach dem Beschwerdebild:
Grundsatz: Je akuter desto öfter.
Als Faustregel gilt: Solange die Besserung anhält, wird das Mittel nicht wiederholt.
Bei akuten Beschwerden
- Alle 15 Minuten bis zum Abstand von mehreren Stunden (je nach Intensität)
- Sobald eine Besserung eintritt: Einnahme reduzieren oder pausieren
Bei chronischen Beschwerden
- D oder C 30: Einmal wöchentlich
- D oder C 200: Einmal im Monat
- D oder C 1000: Einmal alle 6 Wochen bis 2 Monate
- LM-Potenzen: LM 6, 12 oder 18: einmal täglich
Grundregel
Viel hilft viel gilt in der Homöopathie nicht!
Nicht regelmäßig „nach Plan“ einnehmen, sondern auf die Reaktionen des Körpers achten.
Wichtige Hinweise zur Anwendung
- Globuli im Mund zergehen lassen, damit diese schon über die Mundschleimhaut aufgenommen werden können, nicht einfach schlucken.
- Bei Unsicherheit oder komplexen Beschwerden fachlichen Rat einholen.
Fazit
Die richtige Potenz und Einnahmehäufigkeit in der Homöopathie folgt keinen starren Vorgaben, sondern hängt vom individuellen Fall ab.
Wichtig ist, die Reaktionen auf die Mittel gut zu beobachten und die Häufigkeit der Gaben entsprechend anzupassen.